Häufig gestellte Fragen

 

Ratgeber Pflege – Pflege und Pflegegeld

Wann ist Pflegebedürftigkeit gegeben? 

Wo muss ich Pflegeleistungen beantragen? 

Entscheidung über meinen Antrag? 

Wie wird Pflegebedürftigkeit festgestellt? 

Die Pflegestufen

 

 


 

Ratgeber Pflege – Pflege und Pflegegeld

Wann und wie viel Leistungen ein Pflegebedürftiger bekommt, hängt vom Grad und der Dauer der Hilfebedürftigkeit ab: Braucht jemand nur Hilfe beim täglichen Waschen und Einkaufen? Kann die Person allein essen oder nicht? Kann sie zu Hause wohnen oder braucht sie rund um die Uhr Betreuung? Je nach Umfang des Hilfebedarfs gibt es verschiedenen Pflegestufen.

 

Wann ist Pflegebedürftigkeit gegeben?

Grundsätzlich kann Pflegebedürftigkeit im Sinne des Gesetzes in allen Lebensabschnitten auftreten. Nach der Definition des Pflegegesetzes werden davon Personen erfasst, die wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung im Bereich der Körperpflege, der Ernährung, der Mobilität und der hauswirtschaftlichen Versorgung auf Dauer – voraussichtlich für mindestens sechs Monate – in erheblichem oder höherem Maße der Hilfe bedürfen.

 

Wo muss ich Pflegeleistungen beantragen?

Um Leistungen der Pflegeversicherung in Anspruch nehmen zu können, müssen Sie einen Antrag beim zuständigen Versicherungsträger stellen. Das ist jene Stelle, die Ihnen auch die Pension bzw. Rente ausbezahlt, in den meisten Fällen die Pensionsversicherungsanstalt (PVA). Wenn Sie einen Antrag bei Ihrem Versicherungsträger gestellt haben, beauftragt dieser den Sachverständigen (Arzt oder diplomierte Pflegefachkraft) mit der Begutachtung zur Feststellung Ihrer Pflegebedürftigkeit.

 

Entscheidung über meinen Antrag?

Aufgrund des Gutachtens entscheidet der zuständige Entscheidungsträger, ob und gege in welcher Höhe das Pflegegeld zuerkannt wird. Dies wird in Form eines Bescheides mitgeteilt. Sie bekommen das Pflegegeld rückwirkend ab dem der Antragstellung folgenden Monat. Sollten Sie mit der Entscheidung nicht einverstanden sein, haben Sie die Möglichkeit, gegen den Bescheid eine Klage einzubringen.

 

Wie wird Pflegebedürftigkeit festgestellt?

Der zuständige Versicherungsträger beauftragt einen Sachverständigen (Arzt oder diplomierte Pflegefachkraft) mit einer Begutachtung. Sie werden zu Hause, im Pflegeheim oder, falls unumgänglich, im Krankenhaus aufgesucht. Dieser Hausbesuch wird vorher angekündigt. Die Sachverständige/der Sachverständige erkundigt sich über Ihren Hilfsbedarf und, falls anwesend, bei der Hauptbetreuungsperson, erhebt die Anamnese und untersucht Sie. Im Gutachten werden diese Ergebnisse festgehalten und letztlich der aus Sicht der Gutachterin/des Gutachters notwendige Pflegebedarf ermittelt. Die Entscheidung über die tatsächlich zuerkannte Pflegestufe trifft die Juristin/der Jurist, die Behörde oder die Richterin/der Richter.
Auf persönlichen Wunsch ist bei der ärztlichen Untersuchung auch die Anwesenheit und Anhörung einer Vertrauensperson (z.B. die Pflegeperson) zu ermöglichen, um Angaben zur konkreten Pflegesituation zu machen. Bei der Begutachtung in stationären Einrichtungen sind Informationen des Pflegepersonals einzuholen und die Pflegedokumentation zu berücksichtigen. Letzteres gilt auch bei der Betreuung durch ambulante Dienste.

 

Die Pflegestufen

Das Ausmaß des Pflegegeldes richtet sich nach dem Pflegebedarf. Es sind sieben Stufen vorgesehen. Erforderlich ist ein Pflegebedarf von mehr als 65 Stunden pro Monat. Die Anzahl der Stunden des monatlichen Pflegebedarfs wird im Rahmen einer Begutachtung durch eine Ärztin/einen Arzt oder eine Pflegefachkraft festgelegt.
 

Höhe des Pflegegeldes
  

Pflegebedarf in Stunden pro Monat

Pflegestufe

Betrag in Euro monatlich (netto)

Mehr als 65 Stunden

1

157,30 Euro

Mehr als 95 Stunden

2

290,00 Euro

Mehr als 120 Stunden

3

451,80 Euro

Mehr als 160 Stunden

4

677,60 Euro

Mehr als 180 Stunden, wenn

·      ein außergewöhnlicher Pflegeaufwand erforderlich ist

5

920,30 Euro

Mehr als 180 Stunden, wenn

·      zeitlich unkoordinierbare Betreuungsmaßnahmen erforderlich sind
und diese regelmäßig während des Tages und der Nacht zu erbringen sind oder

·      die dauernde Anwesenheit einer Pflegeperson während des Tages und der Nacht erforderlich ist, weil die Wahrscheinlichkeit einer Eigen- oder Fremdgefährdung gegeben ist

6

1.285,20 Euro

Mehr als 180 Stunden, wenn

·        keine zielgerichteten Bewegungen der vier Extremitäten mit funktioneller Umsetzung möglich sind oder

·      ein gleich zu achtender Zustand vorliegt

7

1.688,90 Euro



Vom Pflegegeld werden keine Lohnsteuer und kein Krankenversicherungsbeitrag abgezogen.
Während eines Spital- oder Kuraufenthalts ruht das Pflegegeld ab dem zweiten Tag, wenn die überwiegenden Kosten des Aufenthalts ein Sozialversicherungsträger (in- oder ausländisch), der Bund, ein Landesgesundheitsfonds oder eine Krankenfürsorgeanstalt trägt.